Die Geschichte des Büromöbels



Die frühesten bekannten Möbel, die ausschließlich für Zwecke der Büro- und Verwaltungsarbeit gebaut wurden, waren Stehpulte. Vorher gab es keine Unterschiede zwischen Arbeits- und Wohn- bzw. Essmöbeln. Da die Arbeits- und Ablageflächen der Stehpulte aber begrenzt waren, entstanden daraus klassische Tische für die sitzende Arbeit. Im Gegensatz zu Wohn- und Essmöbeln hatten diese frühen Schreib- und Arbeitstische bereits Ablagemöglichkeiten in Form von Unterschränken und Schubladen, teilweise auf beiden Seiten.

Mit dem Aufkommen der Bildschirmterminals und PCs Ende der 1960er Jahre entstand die Forderung nach geeigneten Arbeitsplätzen für diese besonderen Tätigkeiten. Mit zunehmenden Kenntnissen über die menschliche Ergonomie, also die richtige und gesundheitsschonende Arbeitshaltung, veränderten sich die Schreibtische. Tischplatten konnten in Höhe und Neigung eingestellt werden oder bestanden aus zwei, individuell einstellbaren Hälften für den Bildschirm und die Tastatur. Auch die Bürostühle wurden angepasst. Der teilweise noch bis in die 1960er Jahre verwendete klassische Stuhl mit vier Beinen wurde durch den drehbaren, rollbaren und mit in Höhe und Neigung einstellbarer Rückenlehne ausgestatteten, modernen, auf einem Fußkreuz mit fünf Auslegern aufgebauten Bürodrehstuhl ersetzt.

Ab den 1970er Jahren bekam auch die Form- und Farbgestaltung zunehmende Relevanz. Einerseits konnte dadurch ein firmen- und verwaltungseinheitliches Erscheinungsbild (englische Schlagworte „corporate identity“, „corporate image“, „corporate design“) generiert werden, zum Anderen haben beide Faktoren großen Einfluss auf Arbeitsfreude, Arbeitsleistung und Motivation.

In den 1980er Jahren war man überzeugt, dass das Büro der Zukunft papierlos sein werde. Man nahm an, dass alle schriftlichen Unterlagen im Computer abgespeichert und somit jederzeit wieder findbar und somit lesbar seien. Diese Prognose erwies sich aber als falsch. Auch der Bildschirm zeigt unter Umständen nur einen Ausschnitt des Dokumentes. Es fehlt somit der Überblick. Da der Mensch ferner dem, was er schwarz auf weiß liest, mehr Glauben als dem schenkt, welches er auf einem Bildschirm liest, nahm das Papieraufkommen kontinuierlich weiter zu. Die Papiermengen müssen verarbeitet und archiviert werden können.

Die Architektur von Büro- und Verwaltungsgebäuden hat ebenfalls immer Einfluss auf die Gestaltung der darin befindlichen Möbel gehabt. Man unterscheidet noch heute folgende Büroräume :

  • Einzelbüros
  • Gruppenbüros
  • Kombi-Büros
  • Großraumbüros
  • Archivräume
  • Aufenthalts- und Sozialräume
  • Besprechungsräume
  • Konferenzräume

Mit dem Aufkommen der Großraumbüros in den 1960er Jahren änderten sich auch die Anforderungen an die Büromöbel. Jeder Arbeitsplatz sollte in einem an sich offenen Raum eine gewisse Privatsphäre bekommen. Diese Unterteilung konnte mit Stellwandsystemen, raumteilenden Schränken und geschickter Nutzung von Pflanzenwannen erreicht werden.

In den 1990er Jahren entstanden immer mehr Büros für Callcenter. An diesen Arbeitsplätzen werden überwiegend Telefonanrufe angenommen und bearbeitet. Zur Bearbeitung der eingehenden Anfragen, Reklamationen usw. stehen Bildschirme und PCs zur Verfügung. Das Papieraufkommen ist begrenzt. Aus Kosten- und Kommunikationsgründen stehen die Arbeitsplätze eng zusammen, sollen aber aus Schallschutzgründen getrennt werden. Dazu bieten sich Stellwandsysteme an, die darüber hinaus mit einhängbaren Schränken und Fachböden organisierbar sind.

Die Büroeinrichtungsplanung, Angebotseinholung, Beschaffung und Auf- sowie Umstellung von Büromöbeln wird heute in großen Unternehmen häufig vom Facility Management gesteuert.

Quelle: wikipedia.de